Bedingungen für einen Wechsel

Die private Krankenversicherung bedeutet für viele die perfekte Rundumversorgung im Krankheitsfall. Chefarztbehandlung im Krankenhaus, kaum Wartezeiten in Arztpraxen und jede Behandlung sowie jedes Medikament wird bewilligt. Ob Sie Probleme mit den Zähnen haben oder wieder einmal die Physiotherapie aufsuchen müssen – die private Krankenkasse übernimmt das schon. So ist die weit verbreitete Meinung, die in reduzierter Version richtig ist. Darum bevorzugen zahlreiche gesetzlich Versicherte den Wechsel in die private, der jedoch an einige Regeln geknüpft ist, eine gute Planung und Sachverstand erfordert. Man sollte sich genauestens informieren welche Vorteile und Nachteile man aus dem Wechsel für sich persönlich erhält. Doch gerade die individuellen Pakete, machen die PKV zu einem attraktiven Partner für viele Versicherte.

Wer fest entschlossen ist, von der gesetzlichen in die PKV zu gehen, muss gewisse Voraussetzungen erfüllen. Eine davon ist das Gehalt. Nur besser Verdienende kommen in den Genuss der privaten Versicherung. Für 2012 liegt das Jahres-Mindestgehalt bei über 50.000 EUR. Ist diese erste Hürde genommen, geht es an die Auswahl des richtigen Versicherers, was keinesfalls immer derjenige mit der geringsten Versicherungsprämie ist. Der Vergleich der Leistungen im Krankheitsfall sollte die wichtigste Aufgabe vor der Entscheidung für einen Versicherer sein. Es hilft wenig, wenn der Versicherungsbeitrag der Höhe eines Taschengeldes entspricht und der Patient im Ernstfall unter Umständen hohe Summen selbst begleichen muss. Eine Recherche im Bekanntenkreis oder bei Kollegen kann hilfreiche Erkenntnisse bringen. Haben Sie bereits Erkrankungen, dürfen diese der zukünftigen privaten Krankenversicherung nicht verschwiegen werden. Ist die Entscheidung auf den Versicherer des Vertrauens gefallen, ermittelt dieser in Gesprächen und anhand von Fragebögen die aktuelle finanzielle und gesundheitliche Situation. Gute Versicherer machen Angebote zur Reduzierung der Versicherungsprämien. Die Beiträge können geringer gehalten werden unter Anwendung einer Selbstbeteiligung. Einige Versicherer bieten Beitragsrückerstattungen am Ende des Versicherungsjahres, wurde die Versicherung nicht in Anspruch genommen. Mit einer privaten Versicherung kann man also durchaus Geld sparen.

Lieber heute als morgen in die Private?

Sind alle Unklarheiten zwischen der privaten Krankenversicherung und dem potenziellen Versicherungsmitglied beseitigt, muss der Versicherte vor Eintritt in die Private zuerst seine gesetzliche Versicherung kündigen. Achten Sie dabei unbedingt auf die Fristen. Ein Austritt ist nicht zu jedem Zeitpunkt möglich und beinhaltet immer eine Kündigungsfrist. Die bestehende gesetzliche Krankenversicherung ist nur kündbar zum Anfang eines neuen Kalenderjahres, und das bis spätestens zum 30. September des Vorjahres. So ist die aktuelle Situation, die beim Wechsel in die Private zu berücksichtigen ist. Erkundigen Sie sich also frühzeitig.

Die 4-Wochen-Entscheidung

Die Private hat so manchen Vorteil zu verzeichnen. Doch entscheidungsabhängig sind diverse Umstände, die den privat Versicherten begleiten. Es gibt mehrere Punkte, die zu berücksichtigen sind und mit denen man sich auseinandersetzen muss. Man sollte nicht nur an den Moment und an die nächsten drei Jahre denken, sondern ebenso im Blick behalten inwiefern man sich diese Versicherung auch noch im hohen Alter leisten kann. Die Private bezahlt die Arztrechnung nach Vorlage durch den Patienten und nach eingehender Prüfung. Der Patient muss oftmals Vorauszahlungen an die Arztpraxis leisten und sollte finanziell dazu in der Lage sein. Er sollte also immer dafür sorgen, dass seine finanzielle Situation gesichert ist, um gewährleisten zu können, die Rechnungen zunächst selbstständig tragen zu können. Hiermit erklärt sich auch die Mindestgrenze des Gehaltes, welches ein privat Versicherter erhalten sollte. Darüber hinaus darf sich die Finanzlage im Rentenalter des Versicherten aufgrund höherer Beiträge nicht zu sehr verschlechtern. Stimmen diese Gegebenheiten, ist ein Wechsel in die Private eine gute Entscheidung, für die man sich mindestens vier Wochen Zeit nehmen sollte. Genug Zeit zum Nachdenken sollte sein und man darf in diesem Fall keine voreiligen Entschlüsse treffen. Der Wechsel in die PKV ist eine langfristige Entscheidung.

Wechsel innerhalb der PKV

Auch ein Wechsel von der einen privaten in eine andere private Krankenversicherung kann für so manchen von Interesse sein. Der hauptsächliche Grund liegt hierfür oftmals in der Erhöhung der unterschiedlichen Tarife. Beitragserhöhungen ermöglichen dem Versicherten einen sofortigen Wechsel in eine andere Krankenkasse. Doch auch hier gibt es einige Regeln zu beachten.

Zunächst ist zu beachten, dass man sich in einem anderen Alter befindet als noch bei Eintritt in die derzeitige Versicherung. Da die PKV immer auch das Alter als Faktor zur Berechnung der Tarife nutzt, sei zu bedenken, dass aufgrund der fortgeschrittenen Jahre auch bei einer neuen PKV die Beiträge steigen. Die Regel ist ganz einfach: Je älter der Versicherte, desto höher werden auch die Beiträge ausfallen.

Zu beachten sind also immer die Altersrückstellungen, die die Kassen mit den Jahren stabil halten oder in manchen Fällen sogar sinken lassen. Überprüfen Sie, ob es nicht sogar lohnenswert wäre lediglich einen Tarifwechsel innerhalb ihrer PKV vorzunehmen. Bei dem Wechsel zu einer anderen PKV wird man in jedem Fall die Altersrückstellungen einbüßen.

Pauschal kann man sagen, dass die Beiträge bei der neuen PKV von 4 bis 15% höher sein werden. Also rechnen Sie sich genau aus, ob sich in ihrem Fall der Wechsel lohnt oder lassen Sie sich beraten.

 

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